Geschichte

Der Aufstieg der Hafenstadt
Bremerhavens Geschichte begann mit der Begleichung einer Rechnung von 73.658 Talern, mit der der Senat der Freien Hansestadt Bremen dem Königreich Hannover eine Landfläche östliche der Wesermündung abkaufte. Unmittelbar nach der Übergabe im Mai 1827 wurde mit dem Bau eines Hafenbeckens begonnen, das heute noch als der Alte Hafen in Bremerhaven besteht. 18 Jahre später wurde vom hannoverschen König in Geestemünde ein konkurrierender Hafen südlich von Bremerhaven eingeweiht. Als die Dampfschifffahrt auch transatlantische Stecken bewältigen konnte, wurde Bremerhaven der erste deutsche Überseehafen für die Dampfschifffahrtslinien in die jungen Vereinigten Staaten. Noch vor der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1851 gewann der Hafen weiter an Bedeutung als Militärhafen für die deutsche Reichsflotte. Während der Gründerzeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Stadtgebiet immer wieder ausgedehnt. Nachdem die 1857 in Bremerhaven gegründete Reederei Norddeutsche Lloyd ihren Linienbetrieb zwischen der Stadt und New York etabliert hatte, verzeichnete Bremerhaven ein beachtliches und kontinuierliches Wirtschaftswachstum. Nachdem die Stadt fünf Jahre darauf sogar einen Eisenbahnanschluss erhielt, konnten weitere Passagierschifffahrtslinien zu anderen Zielen in Amerika eingerichtet werden. Während der Goldenen Zeit des Deutschen Kaiserreichs um die Wende zum 20. Jahrhundert startete Kaiser Wilhelm II. seine See-Expeditionen von Bremerhaven aus. Auch der verlorene Erste Weltkrieg konnte die Entwicklung der Hafenstadt nicht aufhalten.

Die Seestadt Bremerhaven in der neueren Zeit
Als wichtiger Stützpunkt der Kriegsflotte wurde Bremerhaven während des Zweiten Weltkriegs Angriffspunkt der Alliierten und musste schlimme Zerstörungen und einen großen Bevölkerungsrückgang hinnehmen. In der Nachkriegszeit wurde das Stadt- und Hafengebiet von der amerikanischen Militärregierung neu geordnet. Das Bundesland Bremen wurde zum Jahresbeginn 1947 gegründet und Bremerhaven, obwohl 60km nördlich gelegen, dem Land eingegliedert. Bremerhaven blieb über Jahre hinweg ein wichtiger Versorgungshafen der Vereinigten Staaten. In den Sechziger Jahren wurde die städtebauliche Entwicklung vorrangig auf die Hafengebiete an der Wesermündung ausgerichtet. Der Ausbau des Container-Terminals und der Betrieb weiterer Überseelinien in die USA trugen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt bei. Mit der Gründung der Hochschule Bremerhaven und dem bis heute renommierten Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), dem Alfred-Wegener-Institut, wurde Bremerhaven auch ein beachtlicher Wissenschaftsstandort. Die Entwicklung der Einwohnerzahlen, die Ende der Sechziger Jahr bei über 146.000 lag, verdeutlicht das rasante Wachstum. Dem massiven Strukturwandel in der Wirtschaft in den folgenden Jahrzehnten schien die Seestadt nicht viel entgegensetzen zu können. Die Einwohnerzahl sank bis heute auf gut 116.000. Erst in jüngster Zeit machte Bremerhaven durch spektakuläre Bauten im kulturellen Bereich wieder auf sein Potential als Großstadt am Meer aufmerksam. Als Umschlaghafen von Seefracht-Container nimmt die Stadt heute erfolgreich die Herausforderungen der Globalisierung an.